News


Verbraucherausgaben steigen EU-weit um 0,8 Prozent im 4. Quartal. Die Wachstumsrate ist jedoch die geringste, die 2010 verzeichnet wurde.

  • Ausgabenwachstum zum fünften Mal in Folge im vierten Quartal
  • Osteuropa verzeichnet starkes Wachstum, während Wachstum in Griechenland und Irland weiter zurückgeht

Zürich, 22. Februar 2011 – Die europäischen Verbraucherausgaben sind laut dem Visa Europe Barometer „EU Consumer Spending Barometer“ im vierten Quartal 2010 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Jedoch verlangsamte sich das Wachstum von 1,2 Prozent im dritten Quartal, dies spiegelt die gedämpfte Wirtschaftserholung in der gesamten EU wider.

Dies war das fünfte Wachstumsquartal in den EU-Ländern in Folge, das Barometer zeigt jedoch auch, dass das Wachstumstempo sich seit dem Höhepunkt von 2,5 Prozent im ersten Quartal 2010 verlangsamt hat.

Das Barometer basiert auf tatsächlichen Ausgaben und nicht auf Stimmungs- oder Meinungsindikatoren. In weiterer Folge werden diese Daten um die Anzahl der ausgegebenen Visa Karten, um die bevorzugten Zahlungsmittel und um die Inflation bereinigt. Das Barometer stellt einen zuverlässigen wirtschaftlichen Indikator dar, da es den präzisesten und umfassendsten Einblick in die Entwicklung der Verbraucherausgaben innerhalb der EU ermöglicht. Im Gegensatz zu anderen Indizes und Umfragen, die auf Stimmungs- oder Meinungsindikatoren in bestimmten Sektoren basieren, liefert dieses Barometer eine genaue Betrachtung der realen Verbraucherausgaben in der gesamten EU auf Basis der steigenden Präferenz der Verbraucher für Kartenzahlungen. Bereits jeder achte Euro in Europa wird mit einer Visa Karte ausgegeben.

Laut des Barometers unterscheidet sich das Ausgabenniveau innerhalb der EU stark von Land zu Land. So verzeichneten die osteuropäischen Länder, darunter Polen, Lettland und Estland, ein starkes Wachstum der Verbraucherausgaben, während Irland und Griechenland starke Rückgänge der Gesamtausgaben aufwiesen.

Unter den größeren EU-Ländern fielen laut des Barometers die Ausgaben in Deutschland und Italien leicht, dieser Rückgang der Ausgaben schwächte sich aber während des Quartals ab. In Großbritannien und Frankreich stiegen die Verbraucherausgaben weiter an, obwohl die Wachstumsrate sich im Vergleich zum dritten Quartal verlangsamte. Das reduzierte Wachstum ist zum Teil auf die widrigen Wetterbedingungen im vierten Quartal zurückzuführen – wovon mehrere nordeuropäische Länder betroffen waren. Das Barometer zeigt eine ähnliche Situation in Spanien, wo ein Anstieg der Ausgaben zu beobachten war, jedoch langsamer als noch im dritten Quartal.

Im vierten Quartal beliefen sich die unbereinigten Ausgaben mit Visa Karten auf 253 Milliarden Euro, ein Plus von 17,2 Prozent gegenüber der Vergleichsperiode 2009. Der Durchschnittswert pro Transaktion ist für das zweite Quartal in Folge gesunken, von 50,8 Euro im dritten Quartal auf nunmehr 50,1 Euro.

 

Chief Financial Officer bei Visa Europe, sagt:
„Die Verbraucher in der EU mussten im letzten Quartal 2010 mit steigender Inflation, Sparmaßnahmen der Regierungen, schwachem Wirtschaftswachstum und in vielen Fällen schwierigen Wetterbedingungen rechnen. Es ist deshalb ermutigend zu sehen, dass die Verbraucherausgaben laut Barometer weiter wachsen.“

„Angesichts all dieser Schwierigkeiten ist es wahrscheinlich wenig überraschend, dass das Wachstumstempo sich verlangsamt hat. Da der Verbraucher einen wesentlichen Teil der EU-Wirtschaft ausmacht, könnte sich dieser Trend des langsameren Wachstums in den BIP-Zahlen im ersten Halbjahr 2011 widerspiegeln.“

Andrew Self, Volkswirt bei Markit, sagt:
„Die Verbraucher in der EU beendeten das Jahr 2010 mit dem schwächsten Ausgabenwachstum des Jahres. Nichtsdestotrotz wurde ein Wachstum für das fünfte Quartal in Folge verzeichnet, und es ist positiv, überhaupt einen Anstieg der Ausgaben trotz der erheblichen Unsicherheiten hinsichtlich Inflation, staatlicher Sparmaßnahmen und anhaltender Verschuldungskrise in der Eurozone zu sehen.“

„Vergleichbar mit dem Trend, der sich in dem weiteren Wirtschaftsaufschwung abzeichnet, entwickelte sich der vom Barometer aufgezeigte Aufschwung der Verbraucherausgaben unterschiedlich. Starkes Wachstum in Osteuropa sowie solide Zunahmen in Großbritannien und Frankreich stehen anhaltende Rückgänge in Irland und Griechenland gegenüber. Es gibt jedoch Anzeichen, dass die Verbraucher in den Eurozone-Randländern die Wende schaffen. Sowohl Griechenland als auch Irland verzeichneten eine Verlangsamung der Rückgangsraten, während die italienischen Verbraucher sich im Jahresvergleich nur mäßig einschränkten. Die Verbraucherausgaben in Spanien verzeichneten einen weiteren Anstieg.“

Über das Visa Europe Barometer „EU Consumer Spending Barometer“

Mehr als jeder achte Euro in der EU wird mit einer Visa Karte ausgegeben, und über 70 Prozent aller Ausgaben mit Visa Karten werden mit einer Debitkarte bezahlt. Aus diesem Grund ermöglicht das Barometer einen einmaligen, umfassenden and zeitnahen Einblick in die Entwicklung der Verbraucherausgaben in der Europäischen Union.

Das Visa Europe Barometer „EU Consumer Spending Barometer“ basiert auf allen Ausgaben, die mit von Visa ausgegebenen Debit-, Kredit- und Prepaid- Karten getätigt wurden. Für das Barometer entwickelte Markit ein Modell, das die ursprünglichen Visa-Transaktionsdaten um folgende Faktoren bereinigt:

Erstens werden die Daten um die Veränderung in der Anzahl der ausgegebenen Visa Karten bereinigt, um das tatsächliche Wachstum von Visa darzulegen. Zweitens findet eine Anpassung statt, um die sich ändernde Verbraucherpräferenz für Kartennutzung auszugleichen. Dies wird auf Basis einer Analyse der Trends hinsichtlich Bargeldabhebungen und Transaktionen am Point of Sale (POS) mit Visa Karten durchgeführt. Um schließlich die Inflation mit einzubeziehen, werden die Daten um die Veränderungen im Verbraucherpreisindex bereinigt, um einen Indikator für die realen Veränderungen in den Haushaltsausgaben festzusetzen.

Die Visa Daten weisen eine starke Korrelation mit vergleichbaren offiziellen Zahlen auf. Auch decken sie ein viel breiteres Spektrum an Branchen ab als nur den Handel, da Karten auch verstärkt für Zahlungen wie Verbrauchsausgaben (bspw. Energierechnungen) oder Steuerzahlungen verwendet werden.

Das komplette Barometer ist unter folgendem Link verfügbar: http://www.visaeurope.com/en/newsroom/reports/latest.aspx